Abstract zum Vortrag von Jacques van Rensch: Besser Türkisch als Preußisch? Blicke der ‘An-Rheiner’ auf das Rheinland

Am Vorabend des Ersten Weltkriegs hatte die niederländische Provinz Limburg hundert Jahre Erfahrungen mit ‘Preußen’ als Nachbar. Den Grenzziehungen der europäischen Großmächte zufolge hatten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Einwohner innerhalb von fünfzig Jahren fünf Mal ihre Staatsangehörigkeit gewechselt. Schwach entwickelte Nationalgefühle sind daher eine charakteristische Eigenschaft der Limburger bis 1914.

Diese komplexe Geschichte prägte auch das Verhältnis zu dem östlichen Nachbarn. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts standen vor allem strategische und politische Interessen im Vordergrund. Aus diesem Grund war die niederländische Provinz als ‘Herzogtum’ zwischen 1840 und 1866 auch Mitglied im Deutschen Bund. 1848 plädierte eine Strömung sogar für Anschluss an Deutschland.

Während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts behielten die Limburger als Einwohner der neutralen Niederlande eine gewisse Ambivalenz ihren Nachbarn gegenüber. Wirtschaftlich und kulturell orientierte man sich in mancherlei Hinsicht auf den Osten, andererseits war man Entwicklungen wie dem Kulturkampf und dem preußischen Militarismus sehr abgeneigt.


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Tom Finette (20. September 2013). Abstract zum Vortrag von Jacques van Rensch: Besser Türkisch als Preußisch? Blicke der ‘An-Rheiner’ auf das Rheinland. 1914 - Mitten in Europa. Das Rheinland und der Erste Weltkrieg. Abgerufen am 22. Juli 2026 von https://doi.org/10.58079/adpr


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